Tipp für Tipp

Kostenlose Lektion aus „WhatsApp Schritt für Schritt“

Betrug auf WhatsApp erkennen

Die meisten Nachrichten auf WhatsApp sind harmlos. Betrüger nutzen WhatsApp aber gern, weil Nachrichten dort so vertraut wirken wie ein Gespräch mit der Familie. Wer die Tricks kennt, fällt nicht darauf herein. Diese Lektion zeigt die häufigsten Maschen und eine einfache Regel, die vor fast allen schützt.

Die wichtigste Regel

Achtung

Geht es um Geld oder um einen Code, prüfen Sie es über einen zweiten Weg. Rufen Sie die Person unter der Nummer an, die Sie schon lange kennen. Nicht unter der Nummer, von der die Nachricht kommt.

Kein echtes Familienmitglied wird Ihnen böse sein, wenn Sie kurz anrufen und nachfragen. Ein Betrüger dagegen wird jede Ausrede finden, warum ein Anruf gerade nicht geht.

Die Masche „Hallo Mama, hallo Papa“

So beginnt es meist:

Hallo Mama, das ist meine neue Nummer. Mein Handy ist kaputt. Kannst du die alte Nummer löschen und die hier speichern?

Ein, zwei Nachrichten später kommt die Bitte: Eine dringende Rechnung müsse heute noch bezahlt werden, das Online-Banking gehe mit dem neuen Handy aber noch nicht. Ob Sie das kurz überweisen könnten, man zahle es morgen zurück.

Woran Sie es erkennen:

Was Sie tun:

  1. Nicht antworten, nichts überweisen.
  2. Die bekannte, alte Nummer anrufen. Fast immer hat der echte Sohn oder die echte Enkelin von nichts eine Ahnung.
  3. Die fremde Nummer blockieren und melden (siehe unten). Die Verbraucherzentrale rät außerdem, solche Nummern der Bundesnetzagentur zu melden.

Tipp

Vereinbaren Sie in der Familie ein Codewort. Wer wirklich die Nummer wechselt, kann es nennen. Ein Betrüger kennt es nicht.

Die Masche mit dem Code

Sie bekommen eine SMS mit einem sechsstelligen Code von WhatsApp, obwohl Sie nichts gemacht haben. Kurz danach schreibt Ihnen ein Bekannter (oder jemand, der so tut): „Ich habe dir aus Versehen meinen Code geschickt, kannst du ihn mir bitte weiterleiten?“

Dieser Code ist der Schlüssel zu Ihrem WhatsApp-Konto. Wer ihn bekommt, übernimmt Ihr WhatsApp, liest Ihre Nachrichten und schreibt in Ihrem Namen Ihre Familie an, um Geld zu verlangen.

Achtung

Geben Sie einen WhatsApp-Code niemals weiter. Nicht an Bekannte, nicht an „den WhatsApp-Support“, nicht an die Bank. Niemand Seriöses fragt danach.

Dieselbe Falle gibt es in anderen Verkleidungen. Ein Bekannter schickt einen Link zu einer „Abstimmung“, etwa für das Foto eines Kindes bei einem Wettbewerb. Auf der Seite sollen Sie Ihre Nummer eingeben und dann einen Code. Oder Sie sollen einen QR-Code scannen oder ein Gerät „verknüpfen“. Das Konto des Bekannten ist dann meist schon gekapert, und jetzt ist Ihres dran.

Schützen Sie sich zusätzlich mit der Verifizierung in zwei Schritten und schauen Sie ab und zu unter Verknüpfte Geräte nach. Wie beides geht, zeigt die Lektion „Sicherheit einstellen“.

Gewinne, Pakete und Jobangebote

Weitere häufige Nachrichten, die fast immer Betrug sind:

Die gemeinsame Regel: Nicht auf Links tippen in Nachrichten, die Sie nicht erwartet haben.

Unbekannte Anrufe aus dem Ausland

Klingelt WhatsApp mit einer fremden Nummer, etwa mit +44 oder +62 davor, gehen Sie nicht ran. Sie können solche Anrufe ganz still schalten. Wie das geht, steht in der Lektion „Sicherheit einstellen“.

Eine Nummer blockieren und melden

So sorgen Sie dafür, dass diese Nummer Ihnen nie wieder schreiben kann:

  1. Öffnen Sie den Chat mit der verdächtigen Nummer.
  2. Tippen Sie oben auf die Nummer oder den Namen.
  3. Wischen Sie nach unten und tippen Sie auf Blockieren und danach auf Melden.

Oft zeigt WhatsApp bei unbekannten Nummern auch direkt im Chat die Knöpfe Blockieren und Melden an. Dann genügt ein Tippen.

Wenn es doch passiert ist

Das kann jedem passieren, auch sehr vorsichtigen Menschen. Wichtig ist, schnell zu handeln:

  1. Geld überwiesen? Löschen Sie den Chat nicht, er ist ein Beweis. Rufen Sie sofort Ihre Bank an. Manchmal lässt sich eine Überweisung noch stoppen. Die Sperr-Notrufnummer 116 116 hilft, wenn Karten oder Online-Banking gesperrt werden müssen.
  2. Anzeige erstatten bei der Polizei. Das geht in jedem Bundesland auch online über die Internetwache.
  3. Code weitergegeben? Melden Sie sich in WhatsApp mit Ihrer Nummer neu an. Dann verliert der Betrüger den Zugang. Sagen Sie Ihrer Familie Bescheid, dass in Ihrem Namen falsche Nachrichten kommen könnten.

Zum Üben

Sprechen Sie mit Ihrer Familie ein Codewort ab und schreiben Sie es an einen sicheren Ort, nicht ins Handy.

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